Tierische Schädlinge der Futterpflanzen

Franz Xaver Schubiger, Hofenstrasse 12, CH-8708 Männedorf

Futtergräser und Leguminosen werden von zahlreichen tierischen Schädlingen befallen. Viele dieser Schädlinge verursachen einen direkten Schaden durch Frass an Blättern, Stängeln und Wurzeln. Auch Blüten oder Samen werden gerne gefressen, was vor allem in der Saatgutproduktion zu Ertragsverlusten führen kann. Einige Schädlinge übertragen Viren, Mykoplasmen oder Bakterien. Mäuse wiederum verursachen nebst den Frassschäden auch erdige Verunreinigungen des Futters.
Das Spektrum an tierischen Schädlingen ist gross und reicht von den Säugetieren (Mäuse, Maulwurf), Vögeln (Krähen), Schnecken, Nematoden, Milben bis zu den Insekten. Gerade in letzterer Gruppe befinden sich viele Schädlinge, die eine wirtschaftliche Bedeutung besitzen. Zudem nehmen die Wissenschaftler an, dass Insekten mit steigenden Temperaturen (Stichwort Klimaerwärmung) ein zunehmendes Problem darstellen.
Auf Wiesen und Weiden sowie auf Golf- und Sportrasen richten Mäuse, Eulenfalter, Wiesenschnaken, Haarmücken, Maulwurfsgrillen und Engerlinge diverser Käfer gelegentlich grössere Schäden an. Das Kleespitzmäuschen ist ein gefürchteter Schädling im Kleesamenanbau.
 

Wichtigste tierische Schädlinge auf Wiesen und Sportrasen

Säugetiere:

Vögel

Krähen (Corvus spp.)

Schnecken (Häni et al. 2008)

  • Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
  • Einfarbige Ackerschnecke (Deroceras agreste)
  • Gartenwegschnecke (Arion hortensis)
  • Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus)
  • Grosse Wegschnecke (Arion rufus)

Nematoden

Stängelnematoden (Ditylenchus dipsaci)

Milben

Abacarus hystrix (Überträger des Raigrasmosaikvirus)

Insekten

  • Maulwurfsgrillen, Werren (Gryllothalpa gryllothalpa)
  • Kleinzikaden (Familie der Jassidae: Euscelis spp., Euscelidius spp.): Überträger von Mykoplasmen bei Weiss- und Rotklee
  • Blattläuse (Rhopalosiphum padi, R. maidis, Sitobion avenae, Metopolophium dirhodum sind Übertrager von Viren)
  • Eulenfalter, Erdraupen (Agrotis ipsilon, A. segetum)
  • Wiesenschnaken (Tipula spp.)
  • Haarmücken (Bibionidae)
  • Halmfliegen (Fritfliege = Oscinella frit; Gelbe Getreidehalmfliege = Chlorops pumilionis)
  • Lieschgrasfliege (Amaurosoma flavipes)
  • Ameisen
  • Schnellkäfer, Drahtwürmer (Agriotes obscurus, A. lineatus)
  • Blatthornkäfer, Engerlinge (Scarabeidae: Gartenlaubkäfer = Phyllopertha horticola; Junikäfer = Amphimallon solstitialis; Maikäfer = Melolontha melolontha; Dungkäfer = Hoplia philanthus, Aphodius spp.)
  • Kleespitzmäuschen (Apion apricans, A. dichroum)
  • Getreidehähnchen (Oulema melanopus, O. lichenis)